Partnerschaften für die Zukunft: Perspektiven für die deutsch-russische Wasserstoffenergiewirtschaft

Am 15.09.2020 fand die dritte Komitteesitzung der AHK Filiale Nordwest zum Thema Energiewirtschaft im Online-Format statt, an der rund 100 Teilnehmer aus Wirtschaft, staatlichen und wissenschaftlichen Einrichtungen Deutschlands und Russlands teilnahmen.

Christoph Menzel, Experte der „Deutschen Energieagentur“ (dena) berichtete über die nationale Wasserstoffstrategie Deutschlands, in deren Rahmen die deutsche Regierung plant, die Produktionskapazitäten für grünen Wasserstoff bis 2030 auf 5 GW zu erhöhen. In einem Bericht von Yuri Melnikov vom Energiezentrum der Moskauer School of Management „Skolkovo“, andererseits, wurde das enorme Entwicklungspotenzial für die Erzeugung von Wasserstoff in Russland festgestellt. Bis 2035 plant Russland, Produktionskapazitäten für den Export von 2 Millionen Tonnen Wasserstoff zu schaffen.

Drei Punkte wurden in der Diskussion der Experten besonders hervorgehoben. Erstens muss festgehalten werden, dass es keinen Binnenmarkt für Wasserstoff in Russland gibt. Eine detailierte Wasserstoffstrategie der russischen Regierung ist bislang nicht bekannt, doch es ist absehbar, dass der Fokus auf Wasserstoffexport liegen muss.

Auf der anderen Seite wird Deutschland Importe an grünem Wasserstoff in immer zunehmendem Umfang brauchen. Ausgehend von der jetzigen Wasserstoffstrategie der Europäischen Union werden Deutschland und andere Staaten der EU langfristig auf Importe von traditionellen Energeiträgern wie Gas und Braunkohle verzichten. Wenn Russland in den nächsten Jahren sich nicht verstärkt um den Aufbau von, vornehmlich grünem, Wasserstoff als Exportprodukt bemüht, wird es langfristig kein Exportgeschäft mit der EU im Bereich Energie tätigen können.

Nach dem regen Interesse am Thema Wasserstoff ruft AHK Russland am Donnerstag, 17.09.2020, mit einer ersten Sitzung die Initiativgruppe Wasserstoff in Moskau zusammen.

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