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AHK St. Petersburg

AHK-Mitglied Polysan startet Sputnik-V-Produktion

11.10.2021

Polysan, ein Pharmaunternehmen aus St. Petersburg, hat eine Produktionslinie für die Impfstoffe Sputnik V und Sputnik Light in Betrieb genommen. Die Firma will jährlich etwa 40 Millionen Impfstoffdosen produzieren. Die gesamten Investitionen in das Projekt werden sich bis 2024 auf 1,5 Milliarden Rubel belaufen. Bislang sind mehr als 300 Millionen Rubel in den Aufbau der Produktion geflossen.

Die neue Produktionslinie sei innerhalb kürzester Zeit mit dem Einsatz neuester Robotertechnologienentstanden, berichtete Alexander Beglov, Gouverneur von St. Petersburg, beim feierlichen Startschuss der Produktion. Der Gouverneur wies darauf hin, dass ein Teil der hergestellten Dosen exportiert werden soll.

“Der einzige Auftraggeber für die Impfstoffe Sputnik V und Sputnik Light ist das N. F. Gamaleya Forschungs- und Entwicklungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie. Für den Vertrieb an die Export-Zielländer ist der russische Direktinvestitionsfonds zuständig”, kommentierte Dmitrij Borisow, Geschäftsleiter von Polysan.

Polysan wurde 1992 gegründet und ist seit 2020 Mitglied der Deutsch-Russischen Auslandshandelskamer. Jedes Jahr produziert Polysan mehr als 26 Millionen Arzneimittel und gehört somit zu den 20 größten Arzneimittel-Exporteuren in Russland. Etwa 15 Prozentaller Erzeugnisse im Wert von mehr als 800 Millionen Rubel werden in GUS-Länder und nach Südostasien, Lateinamerika und in die Mongolei geliefert. “Keine Produkte werden in die EU geliefert. Das hängt mit der Strategie zusammen, die darauf abzielt, die Marktpräsenz in Entwicklungsländer auszubauen”, erklärte Borisow.

Während der Pandemie spendete Polysan der St. Petersburger Polizei kostenlos persönliche Schutzausrüstung und dem Janelidze-Forschungsinstitut Medikamente.

Polysan ist nun der zweite Standort in St. Petersburg, wo Covid-19-Impfstoffe hergestellt werden. Im vergangenen Dezember hatte die Firma BIOCAD die Produktion von Sputnik V gestartet, Anfang September folgte Sputnik Light. In diesem Jahr vereinbarte die Regierung von St. Petersburg mit den Unternehmen Polysan und BIOCAD am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums der Newa-Metropole eine Kooperation beim Aufbau einer Arzneimittelproduktion.

“In kürzester Frist wurde an unserem Standort der Prozess der Modernisierung der bestehenden Produktionsanlage mit der Installation von Anlagen für die aseptische Abfüllung von Arzneimitteln in der Kühlkette, der Schaffung von Lagerbedingungen für Arzneimittel, die niedrige Temperaturen (bis zu minus 30 Grad) benötigen, der Planung und Installation von Anlagen für die Abfüllung von immunbiologischen Arzneimitteln und die Produktion der Impfstoffe Sputnik-V und Sputnik Light eingeleitet. Die weitere Entwicklung gemeinsamer Projekte mit BIOCAD wird derzeit besprochen", fügte Borisow hinzu.